Ein guter Strickpullover begleitet einen viele Winter lang – wenn er richtig gepflegt wird. Die meisten Pullover gehen nicht durch das Tragen kaputt, sondern in der Waschmaschine: Sie laufen ein, leiern aus oder bekommen Knötchen. Die gute Nachricht: Mit ein paar Regeln lässt sich das fast immer vermeiden.
Zuerst: Aufs Pflegeetikett schauen
Wie ein Pullover gewaschen werden darf, hängt vor allem vom Material ab. Das Pflegeetikett ist deshalb immer die wichtigste Quelle. Die Symbole bedeuten grob: Ein Waschbottich mit Zahl gibt die Höchsttemperatur an, ein Strich darunter steht für Schonwaschgang, zwei Striche für Wollwaschgang. Eine Hand im Bottich bedeutet Handwäsche, ein durchgestrichenes Quadrat mit Kreis: nicht in den Trockner.
Strickpullover in der Waschmaschine waschen – Schritt für Schritt
- Auf links drehen. So reibt die Außenseite weniger an der Trommel, und es entstehen weniger Knötchen. Stickereien und Logos werden zusätzlich geschont.
- In ein Wäschenetz legen. Das Netz schützt vor Reibung und verhindert, dass sich Maschen an Reißverschlüssen oder Knöpfen anderer Kleidungsstücke verhaken.
- Das richtige Programm wählen. Für Strick eignen sich das Woll- oder das Schonprogramm. Beide bewegen die Trommel deutlich weniger als ein Normalprogramm.
- Temperatur niedrig halten. 30 °C reichen für Strick fast immer aus. Höhere Temperaturen sind der häufigste Grund, warum Pullover einlaufen.
- Wenig schleudern. Mit niedriger Schleuderzahl, etwa 600 Umdrehungen oder weniger, bleibt der Strick in Form. Bei hoher Drehzahl dehnt sich das nasse, schwere Gewebe und kann ausleiern.
- Mildes Waschmittel verwenden. Feinwaschmittel eignet sich für Baumwolle und Synthetik. Für Wolle sollte es ein Wollwaschmittel sein, weil normale Vollwaschmittel Enzyme enthalten können, die Wollfasern angreifen.
- Trommel nicht zu voll machen. Etwa halb beladen reicht, damit die Kleidung sich frei bewegen kann und weniger aneinander reibt.
Welches Material braucht was?
Baumwolle und Supima-Baumwolle
Baumwollstrick ist vergleichsweise unkompliziert, kann aber bei zu viel Hitze einlaufen – vor allem im Trockner. Schonprogramm bei 30 °C und liegend trocknen ist die sicherste Kombination. Supima®-Baumwolle, wie bei unseren Heritage Supima Cardigans, besteht aus besonders langen Fasern. Sie neigt deshalb in der Regel weniger zu Knötchen, freut sich aber genauso über eine sanfte Wäsche.
Baumwolle mit Acryl oder Polyester
Mischungen wie beim Fine Knit Pullover (50 % Baumwolle, 50 % Polyacryl) oder beim Heavy Knit Sweater (50 % Bio-Baumwolle, 50 % recyceltes Polyester) sind formstabil und pflegeleicht. Synthetische Fasern sind aber wärmeempfindlich: Nicht heiß waschen, nicht in den Trockner und nicht heiß bügeln – sonst kann die Oberfläche glänzend oder hart werden.
Viskose-Mischungen
Viskose ist weich und fließend, verliert im nassen Zustand aber an Festigkeit. Strick mit Viskose-Anteil, etwa der Rib Knit Wrap Cardigan, deshalb besonders sanft behandeln: Schonprogramm oder Handwäsche, nicht auswringen, nur wenig schleudern.
Wolle und Kaschmir
Wolle verfilzt, wenn Wärme, Reibung und Temperaturwechsel zusammenkommen. Deshalb nur im Wollprogramm oder per Hand mit lauwarmem Wasser waschen und Wollwaschmittel verwenden. Oft ist Waschen gar nicht nötig: Wolle ist von Natur aus geruchsabweisend, Auslüften reicht meist.
Strickpullover mit der Hand waschen
Handwäsche ist die schonendste Methode. Ein Becken mit lauwarmem Wasser füllen, etwas Feinwasch- oder Wollwaschmittel auflösen und den Pullover darin sanft drücken – nicht reiben und nicht auswringen. Nach etwa zehn Minuten mit Wasser in derselben Temperatur ausspülen. Große Temperaturunterschiede zwischen Waschen und Spülen vermeiden, besonders bei Wolle.
Zum Entwässern den Pullover flach auf ein großes Handtuch legen, das Handtuch aufrollen und leicht draufdrücken. So wird das meiste Wasser entfernt, ohne dass sich die Maschen dehnen.
Richtig trocknen: liegend, nie auf dem Bügel
Nasser Strick ist schwer. Auf einem Bügel oder über der Leine zieht er sich durch das eigene Gewicht in die Länge. Deshalb gilt:
- Liegend auf einem Handtuch oder Wäscheständer trocknen
- Den Pullover im feuchten Zustand in Form ziehen – Ärmel, Saum und Kragen glatt streichen
- Nicht auf die Heizung legen und nicht in die pralle Sonne
- Nicht in den Trockner, sofern das Pflegeetikett es nicht ausdrücklich erlaubt
Das gezielte In-Form-Ziehen im nassen Zustand heißt auch „Spannen“ oder „Blocken“. Es funktioniert auch, um einen leicht verzogenen Pullover wieder in die richtige Form zu bringen.
Wie oft muss ein Strickpullover gewaschen werden?
Seltener, als man denkt. Wer ein Shirt oder Hemd darunter trägt, kann einen Pullover oft mehrmals tragen, bevor er in die Wäsche muss. Dazwischen reicht es häufig, ihn über Nacht auszulüften. Einzelne Flecken lassen sich punktuell mit etwas Feinwaschmittel und lauwarmem Wasser entfernen. Jede Wäsche, die man sich spart, verlängert das Leben des Pullovers.
Was tun gegen Knötchen?
Knötchen – auch Pilling genannt – entstehen durch Reibung, etwa unter den Armen, an den Ärmeln oder dort, wo die Tasche aufliegt. Sie sind kein Qualitätsmangel, sondern bei den meisten Strickwaren normal. Entfernen lassen sie sich mit einem Fusselrasierer oder einem Pullover-Kamm. Dabei den Strick flach hinlegen und ohne Druck arbeiten. Waschen auf links und im Wäschenetz beugt neuen Knötchen vor.
Strickpullover richtig aufbewahren
Strick gehört gefaltet ins Regal oder in die Schublade, nicht auf den Bügel – dort entstehen mit der Zeit Beulen an den Schultern, und der Pullover wird länger. Vor dem Einlagern im Frühjahr sollte er sauber sein, denn Flecken setzen sich über die Monate fest. Für Wolle empfiehlt sich zusätzlich ein Schutz vor Motten, etwa durch Zedernholz oder Lavendel.
Häufige Fragen
Kann man Strickpullover in der Waschmaschine waschen?
In den meisten Fällen ja – im Woll- oder Schonprogramm bei höchstens 30 °C, auf links gedreht und im Wäschenetz. Ausnahme: Das Pflegeetikett zeigt ausschließlich Handwäsche.
Mit wie vielen Umdrehungen schleudert man Strick?
So wenig wie möglich – etwa 400 bis 600 Umdrehungen pro Minute. Bei Wolle und Viskose ist eine noch niedrigere Stufe die sicherere Wahl.
Warum ist mein Pullover eingelaufen?
Meist durch zu hohe Temperatur, zu viel Bewegung in der Trommel oder den Wäschetrockner. Bei Wolle kommt Verfilzung durch Reibung und Temperaturwechsel dazu. Ein leicht eingelaufener Pullover lässt sich manchmal retten, indem man ihn in lauwarmem Wasser einweicht und im nassen Zustand vorsichtig in Form zieht. Stark verfilzte Wolle lässt sich allerdings nicht mehr zurückholen.
Darf Strick in den Trockner?
Nur wenn das Pflegeetikett es erlaubt. Bei den meisten Strickpullovern ist liegend Trocknen die bessere Wahl, weil die Hitze im Trockner Fasern schrumpfen lässt und synthetische Anteile beschädigen kann.
Neue Lieblingsstücke für die kalte Jahreszeit finden sich in unserer Kategorie Strickpullover & Cardigans. Und wer wissen will, wie man Strick an der Küste am besten kombiniert, liest weiter in unserem Zwiebellook-Guide für die Ostsee.


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