
1832 beginnt die Geschichte
Im Jahr 1832 gründete der Damastweber Christian Gottlieb Hänsch in Großschönau die Weberei C. G. Hänsch. Der Ort gehörte damals bereits zu den bedeutenden Zentren der Damastweberei in Deutschland.
Nach dem frühen Tod des Gründers führte zunächst seine Frau den Betrieb weiter. 1857 übernahm der Sohn Carl Gottlieb Hänsch das Unternehmen und entwickelte es technisch, gestalterisch und wirtschaftlich weiter.

Wachstum und internationale Anerkennung
C. G. Hänsch erweiterte das Sortiment um Halbleinen, Tischwäsche, Servietten und später Frottiererzeugnisse. Auf einer internationalen Textilausstellung in Melbourne erhielt das Unternehmen 1880 eine Silbermedaille.
1888 entstand das erste eigene Fabrikgebäude. Mit der zunehmenden Mechanisierung entwickelte sich die ehemalige Handweberei zu einem bedeutenden Textilunternehmen mit internationalen Absatzmärkten.

Eine Marke für Qualität
Die Firma entwickelte und schützte eigene Gewebearten. Das halbe Zahnrad wurde zum historischen Erkennungszeichen des Unternehmens und stand für technische Erfahrung und textile Qualität.
Vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigte C. G. Hänsch mehrere Hundert Menschen. Tischtücher, Handtücher, Badetücher, Waschlappen und weitere Textilien aus Großschönau wurden weit über die Region hinaus verkauft.

Krieg und Verantwortung
Die beiden Weltkriege veränderten Produktion und Belegschaft erheblich. Während des Zweiten Weltkriegs musste C. G. Hänsch Räume und Arbeitskräfte für die Herstellung von Rüstungsartikeln bereitstellen.
In diesem Zusammenhang wurden neben einheimischen Beschäftigten auch Zwangsarbeiter und teilweise Kriegsgefangene eingesetzt. Dieser Teil der Geschichte gehört zu einer ehrlichen und vollständigen Darstellung des Unternehmens. Die Gemeinde Großschönau dokumentiert diese Vorgänge ausdrücklich.

Enteignung des Familienunternehmens
Nach dem Krieg nahm die Weberei ihre Arbeit schrittweise wieder auf. Ein großer Teil der Gebäude und des Grundbesitzes wurde jedoch 1946 enteignet.
1958 wurde C. G. Hänsch zu einem Betrieb mit staatlicher Beteiligung. 1972 folgte die vollständige Verstaatlichung und Eingliederung in einen volkseigenen Betrieb. Damit endete die eigenständige Geschichte des Familienunternehmens zunächst.

2019: Aus Geschichte wird Zukunft
Mehr als vier Jahrzehnte nach der Enteignung begann 2019 ein neues Kapitel: Der Unternehmer und Herausgeber der Ostdeutschen Zeitung, Frank Deutschländer, erwarb die sanierungsbedürftige Gemäuer und bewahrte damit einen bedeutenden Teil der Großschönauer Textilgeschichte.
Aus dem Wunsch, nicht nur das historische Gebäude, sondern auch den Namen Hänsch zu erhalten, entstand Haensch Fabrics – als moderne Fortführung von Qualität, Sorgfalt und Verbundenheit mit Großschönau.
Heute führt Haensch Coast diese Geschichte weiter. Die maritime Kollektion knüpft an die frühere Herstellung von Badestoffen, Handtüchern und weiteren Textilien für den Gebrauch am Wasser an und verbindet die Tradition seit 1832 mit Mode für Küste und Alltag.

